14.01.2012: AVE Gruppe 2010/2011 mit kräftigem Umsatz- und Ergebnisanstieg
Die AVE Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Turnaround mit einem operativen Ergebnis (EBIT) in der Höhe von 12,9 Mio € zurück ins Plus geschafft.
Im Vorjahr noch hatte die AVE Gruppe aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen und Rückstellungen im Zusammenhang mit der Pelletieranlage in Wels sowie den Aktivitäten in Bayern einen operativen Verlust von -1,5 Mio € ausgewiesen. Insgesamt erwirtschaftete somit die Energie AG Oberösterreich in ihrem Konzernsegment Entsorgung im Berichtsjahr einen Außenumsatz in Höhe von 456,2 Mio €, um 20,1% mehr als im Vorjahr (379,7 Mio €). Bei den umgeschlagenen Abfallmengen war ein neuerlicher Anstieg um 5,5% auf 5.488 Mio Tonnen zu verzeichnen, die Menge der thermisch verwerteten Abfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr von 590.000 auf 626.000 Tonnen. Wertstoffpreise auf anhaltend gutem Niveau sowie die ganzjährige Einbeziehung von Beteiligungsunternehmen in den Konsolidierungskreis haben das Ergebnis positiv beeinflusst. Die Müllverbrennungsanlagen WAV Wels sowie RLV Lenzing waren im abgelaufenen Geschäftsjahr voll ausgelastet. Der Preisdruck bei Entsorgungspreisen blieb jedoch unverändert stark ausgeprägt, daher intensivierte die AVE Gruppe die selektive Marktbearbeitung und verbreiterte die Zusammenarbeit mit den österreichischen Kommunen. So konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr im Kundensegment Gewerbe und Industrie zahlreiche attraktive Neukunden akquiriert und im kommunalen Sektor wichtige mehrjährige Neuaufträge gewonnen werden.
Zentral- und Osteuropäische Märkte
Der hohe kommunale Anteil an
den Geschäftstätigkeiten der AVE Gruppe in den
zentral- und osteuropäischen Märkten hat sich stabilisierend
auf das Gesamtgeschäft der AVE Gruppe ausgewirkt.
Tschechien zählte einmal mehr zu den wachstumsstärksten Märkten
in der CEE Region. Sowohl beim Umsatz als auch im EBIT
konnte die Tochtergesellschaft AVE Tschechien deutlich
zulegen. Die Tochtergesellschaft erhielt im Rahmen
des CZECH 100 BEST Ranking den Preis als
Branchensieger in der Kategorie "Dynamisches Wachstum" und
belegte den 34. Platz in der Gesamtwertung. Zu den wichtigsten
Ereignissen im abgelaufenen Geschäftsjahr zählen unter anderem
der Erwerb einer Sonderabfallverbrennungsanlage in Kralup
sowie die genehmigte Kapazitätserhöhung der Deponie in Caslav
auf 5 Mio Kubikmeter. Gemeinsam mit dem Standort Benatky
verfügt die AVE damit über die beiden größten potenziellen
Deponievolumina in Tschechien. Des Weiteren wurde in die
Modernisierung der Standortstruktur in Kolin und Karlsbad
investiert sowie neue Aufbereitungsanlagen errichtet.
In der Slowakei konnten zahlreiche kommunale Verträge mit
Laufzeiten von 5 bzw. 10 Jahren verlängert werden. Die
Anliefermengen auf AVE Deponien in Senec, Jasov un Tornal´a
stiegen deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die AVE
erbringt in der Slowakei mittlerweile
Entsorgungsdienstleistungen für rund 150 Städte und Gemeinden
und serviciert mehr als 210.000 Einwohner.
In der Ukraine betreut die vor allem in der
Region Transkarpatien tätige AVE auch bereits mehr als
500.000 Privat- sowie über 4.000 Gewerbe- und Industriekunden.
Umsätze und Ergebnis konnten im Berichtsjahr markant gesteigert
werden. Es konnten Langfristverträge mit mehreren Städten
abgeschlossen und mehrfach Preiserhöhungen oberhalb der
Inflationsrate umgesetzt werden.
In Rumänien zeigt die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ebenfalls
nach oben. Auch hier wirkte der hohe kommunale Kundenanteil
stabilisierend.
Aufgrund politischer Vorgaben nehmen, anders als in den anderen
Märkten, die Rekommunalisierungs- tendenzen in Ungarn zu.
Diesem Trend wird die AVE mit der Entwicklung neuer
Geschäftsmodelle begegnen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr
konnten aufgrund des wieder erstarkten Gewerbe- und
Industriekundensektors sowie höherer Wertstoffpreise der Umsatz
deutlich gesteigert werden. Reduzierte Margen auf Wertstoffe
sowie erhöhte Forderungslaufzeiten und Wertberichtigungen
führten aber dazu, dass das Vorjahresergebnis nicht erreicht
werden konnte.
Ausblick
Aufgrund des hohen Kommunalanteils und der soliden Basis von PPP-Modellen rechnet die AVE Gruppe damit, dass vor allem die CEE Märkte auch in den kommenden Jahren Potenzial für selektives, profitables Wachstum bieten und attraktive Ergebnisbeiträge liefern können. Der Schwerpunkt des Gruppenwachstums wird insgesamt neben dem organischen Wachstum und dem Erwerb von privaten Entsorgern vor allem beim Auf- und Ausbau von Projekten, Strukturen und neuen PPP-Modellen liegen. Bei den Wertstoffpreisen ist tendenziell von einem niedrigeren Niveau als im abgelaufenen Geschäftsjahr auszugehen. Auch bei den Gewerbemüllpreisen werden aufgrund zusätzlicher thermischer Verwertungskapazitäten und bestehender Exportbewilligungen leichte Rückgänge erwartet.
